Karpaltunnel-Syndrom

Das Karpaltunnel-Syndrom (CTS, KTS) ist sicherlich eines der häufigsten Krankheitsbilder in der handchirurgischen Praxis. Es handelt sich hierbei um eine Kombination typischer Symptome in der Folge einer akuten, häufig aber chronischen Druckschädigung des Nervus medianus (lateinisch für „Mittelnerv“) in der Handfläche unmittelbar am Handgelenk. Hier tritt der Nerv vom Unterarm durch eine natürliche Enge zusammen mit allen Beugesehnen unserer Finger unter einem straffen Band, dem sogenannten Karpalband, in die Hand ein.

Die Ursachen sind vielfältig. Meist kommt es zu einer anfangs kurzfristigen und mehr oder weniger vorübergehenden Drucksteigerung im Karpalkanal durch gesteigerten Platzbedarf der hindurchtretenden oder benachbarten Strukturen, in aller Regel der Beugesehnen und deren Begleitgewebe (Sehnenscheidengewebe, sog. Synovia) auf Grund von Entzündungen unterschiedlicher Ursache oder degenerativen Veränderungen (s. z.B. „schnellender Finger„). Auch eine Verminderung der Elastizität des Karpalbandes kann eine Drucksteigerung bewirken. Ebenso kommen, wenn auch nicht häufig, andere mechanische Ursachen in Betracht, wie etwa Arthrosen der unmittelbar benachbarten Gelenke, knöcherne Veränderungen der Handwurzel und selten einmal Tumoren. Bleibt der Auslöser über einen längeren Zeitraum bestehen, kommt es unter Zunahme von Intensität und Häufigkeit der Beschwerden zu einem mehr oder weniger chronischen Verlauf. Mitunter liegt die Ursache aber auch im Nerven selbst begründet. Insbesondere beim Diabetes mellitus kommt es nicht selten zu einer gesteigerten Druckempfindlichkeit der Nerven im Rahmen einer Polyneuropathie, so daß auch normale Druckverhältnisse im Karpalkanal zu einer Schädigung des Nerven führen können.

Das akute Karpaltunnel-Syndrom findet sich im Gefolge von direkten Traumen, nicht selten nach einem handgelenksnahen Bruch der Speiche (sog. distale Radius-Fraktur) oder anderen, starke Schwellungen auslösenden äußeren Einflüssen. z.B. Infektionen der Beugesehnen u.a. Mitunter ist eine rasche operative Entlastung des Nervens erforderlich.