Phlebologie – Venenkompetenz für Diagnostik und Behandlung
Die Phlebologie ist das Fachgebiet der Medizin, das sich mit Erkrankungen der Venen beschäftigt – besonders mit Beschwerden an den Beinen. Häufig stehen Krampfadern (Varizen) im Vordergrund: sicht- oder tastbare, teils geschlängelte Venen, die nicht nur als ästhetisch störend empfunden werden, sondern oft ein Hinweis auf eine Funktionsstörung tiefer liegender, nicht sichtbarer Venen sein können (z. B. der Stammvenen). Typische Symptome reichen von Schweregefühl, Schwellung am Abend, Juckreiz oder Schmerzen bis hin zu wiederkehrenden Entzündungen; in fortgeschrittenen Fällen können Hautveränderungen und schlecht heilende Wunden entstehen. Zur modernen Venenmedizin gehört deshalb immer die genaue Abklärung der Ursache – und danach ein Therapieplan, der medizinische Notwendigkeit, Beschwerdebild und Alltag miteinander verbindet.
Diagnostik – Grundlage jeder erfolgreichen Therapie
Der wichtigste Schritt ist die präzise Ultraschalldiagnostik (Farbduplex). Damit lassen sich Venenverlauf, Klappenfunktion und ein möglicher krankhafter Rückfluss (Reflux) zuverlässig beurteilen. Auf dieser Basis entsteht ein „Venen-Mapping“, das zeigt, welche Gefäßabschnitte behandelt werden sollten – und welche nicht. Gerade weil sichtbare Varizen oft nur „die Spitze des Eisbergs“ sind, ist diese Diagnostik entscheidend für eine zielgerichtete, nachhaltige Behandlung.
In einer phlebologischen Schwerpunktpraxis umfasst die Diagnostik außerdem die Akutabklärung bei Verdacht auf Thrombose oder oberflächliche Venenentzündung (Thrombophlebitis) sowie die Einordnung wiederkehrender Krampfadern nach Vorbehandlung (Rezidivvarikose). Wenn Beschwerden oder Befunde darauf hindeuten, werden venöse Symptome zudem von anderen Ursachen (z. B. Ödem-Ursachen außerhalb der Venen) abgegrenzt. Am Ende steht eine verständliche Befundbesprechung: Was ist die Ursache, was bedeutet das für den Verlauf – und welche Optionen sind sinnvoll?
Therapieoptionen – modern, minimal-invasiv und individuell kombiniert
Viele Beschwerden lassen sich bereits mit konservativen Maßnahmen spürbar lindern. Dazu zählen vor allem Kompression, regelmäßige Bewegung (Aktivierung der Muskelpumpe) und ein venengerechter Alltag. Diese Bausteine sind häufig Teil des Gesamtkonzepts – je nach Befund begleitend oder als erste Stufe.
Wenn eine behandlungsbedürftige Stammveneninsuffizienz oder relevante Seitenastvarikose vorliegt, bieten wir moderne endovenöse, minimal-invasive Verfahren an. Schwerpunkt sind die thermischen Katheterverfahren: die endovenöse Lasertherapie (EVLT) und die Radiofrequenzablation (RFA). Dabei wird die erkrankte Vene über einen kleinen Zugang unter Ultraschallkontrolle von innen verschlossen; der Blutfluss wird über gesunde Venen umgeleitet. Die behandelte Vene wird in den folgenden Monaten vom Körper schrittweise abgebaut, und die Einstichstellen heilen meist rasch und unauffällig.
Ergänzend – und häufig sinnvoll in Kombination – kommt die Sklerotherapie (Verödung) zum Einsatz, insbesondere bei geeigneten Seitenästen, kleineren Varizen oder ausgewählten Rezidiven. Das Prinzip: Ein Verödungsmittel löst eine kontrollierte Reaktion an der Gefäßwand aus, die dazu führt, dass das betroffene Gefäß verschließt und anschließend nicht mehr durchblutet wird. Für Besenreiser bieten wir außerdem eine Lasertherapie (transdermal) an, je nach Befund auch kombiniert mit Mikro-Sklerosierung.
Wenn der Befund es erfordert oder eine Operation die beste Option ist, steht in unserer Praxis das gesamte operative Spektrum der Varizentherapie zur Verfügung – inklusive kombinierter Verfahren (z. B. endovenöse Stammvenentherapie plus Seitenastbehandlung/Miniphlebektomie). Die Eingriffe erfolgen – abhängig von Methode, Ausdehnung und individuellen Faktoren – in Lokalanästhesie, erweiterter Tumeszenz-Anästhesie oder ggf. in Allgemeinanästhesie in Kooperation mit den Kolleginnen und Kollegen der Anästhesie im Ambulanten OP-Zentrum am Schießstattweg.
Nach dem Eingriff ist Bewegung ausdrücklich erwünscht, während langes ausschließliches Sitzen oder Stehen zunächst vermieden werden sollte; je nach Verfahren kann eine Kompression für eine gewisse Zeit sinnvoll sein. Bei Verödungs- oder Besenreiserbehandlungen geben wir zusätzlich klare Hinweise zur Nachsorge (z. B. Bewegung, ggf. Kompression sowie zeitweiser Verzicht auf starke Wärme und UV). Wie bei jeder invasiven Behandlung können Nebenwirkungen auftreten (z. B. Blutergüsse, Entzündung, sehr selten Thrombose oder Nervenreizungen); wir minimieren Risiken durch sorgfältige Indikationsstellung, Ultraschallführung und strukturierte Kontrollen.

Chirurgische Gemeinschaftspraxis am Schießstattweg Passau
Facharztzentrum für Hand- und Plastische Chirurgie, Gefäßchirurgie & Phlebologie
Dr. Michael von Stetten • Dr. Andreas Hommes • Dr. Thomas Jerkku
Schießstattweg 60, 94032 Passau - Tel. 0851/8518464
